Richtiges Be-Greifen = Fassen in klare Begriffe: Das richtige topologische Modell für den betreffenden Stand-Punkt, inkl. Grenzen finden wir über die Anwendung von Spencer-Browns Gesetz der Form: Begriff umfasst den markierten und den davon getrennten Raum. Hier führt Denken innerhalb der Grenzen der jeweiligen wissenschaftlichen Disziplinen immer mehr ins Absurde, was die Auswirkungen auf das Gesamte angeht (s. Finanzkrise). Bereits hier stehen wir heute eigentlich voll in der Systemtheorie, denn das Fassen eines Begriffes bedeutet, seinen Inhalt von anderen Inhalten zu trennen, also eine Grenze zu ziehen.
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Grundfragen: Wo stehen wir? Woher kommen wir? Wohin wollen oder sollen wir?
Topologie (s. auch Topik) als Basis der Orientierung:
Bedingt selbst: Das Wissen um den eigenen Standort (= Denkort) - und das Ziel. Mit dieser Orientierung lässt sich fasst immer ein Weg finden.
2.1.1. Grundlegendste Form, die einfache,
punktuelle Aussage: A ist! ![]()
2.1.1.B Die begründete Aussage: A ist wegen B: ![]()
2.1.2 Die finale Begründung (linear): Weil wir B wollen, muss A sein. ![]()
Die Argumentation mit Einzelbegriffen ist (leider) fast Standard. Man meint, dem Gegenüber ein Wort an den Kopf zu werfen, ein geheiligtes Wort, mit dessen ganzer Aura, Umfeld, Halo, oft sogar ohne jeglichen Kontext, reiche aus, ihn zum Schweigen zu bringen. Solche Schlag-Wörter (die eben dazu dienen sollen, andere auf den Kopf zu hauen) sind insbesondere (Hier gleich mit Antipode oder Kontrapunkt versehen):
Kontrapunkt: Sogar das Schwarze Loch, als real existierender Punkt, Singularität genannt, hat Auswirkungen auf seine Umwelt, nämlich eine extreme Gravitation. Man darf also auch Wort-Punkte, meist Stand-Punkte genannt, nicht vernachlässigen (auch wenn es sich, logisch besehen, auf Punkten recht ungut stehen lässt. Der Punkt würde als Unterlage doch zu einem sehr labilen Gleichgewicht führen.
Punktuelle Argumentation ist also meist unergiebig, taugt kaum zu mehr als zu Sophisterei und Rechthaberei, speziell mit den Methoden des Konfettidialogs, also Konfabulation, und der Collage (die allerdings noch typischer ist für Netzwerke, die eigentlich nichts anderes sind als (meist abstrakte oder kommunikative) Verbindungen zwischen Punkten).
Eine Vorstufe des Schrittes zur richtigen Verbindung der Begriffe, also zum Verstand, ist die Assoziation, die unterschiedliche Begriffe nach Nähe oder Distanz ordnet. Wissenschaftlich lässt sich das tun mit multivariaten/multifaktoriellen Verfahren wie Diskriminanz-, Cluster- oder Hauptkomponentenanalysen.
Bereits von hier an wird's allerdings kompliziert, denn bereits die richtige Linie zu finden in der was anzuordnet ist, ist nicht ganz so einfach, wie man denken könnte. Nehmen wir den landläufigen Spruch vom "nachhaltigen Wachstum", bei dem Wachstum als % des BIP gemessen wird. Das führt eben nicht zu einem gemächlichen Wachstum, mit dem sich die Umwelt ev. noch einrichten kann, sondern zu exponentiellem Wachstum, und das kann nie nachhaltig sein - aus es verlaufe zyklisch, mit Aufwuchst - Absterben (oder Ernte, wie beim Wald) - Zerfall.
Wohl auch deshalb bleiben die meisten Diskussionen auf volkstümlichem Niveau punktuell ... und da der Gegensatz von vielfältig auch in der Argumentation eben einfältig ist ... Die weniger Begabten (falls sich doch mal einer hierher verirrt hat) sollen sich allerdings nicht grämen, denn immer wieder, bereits der berühmte Humanist Erasmus von Rotterdam schrieb ein "Lob der Torheit", das absolut nicht zynisch gemeint ist, da Torheit und Einfalt (von einfach) eben auch Schlichtheit, Schnörkellosigkeit und Unschuld bedeuten (miskin auf arabisch im Sinn von geistiger Armut, aber eben auch im positiven Sinne: Unschuld).
Problematisch wird nun diese Einfalt aber dort, wo sie polemisch und vor allem populistisch für Ziele eingesetzt wird, die eben dann doch hinter mehreren Falten verborgen sind, was dann die "einfach gestrickten" Anhänger leicht übersehen. So führt etwa der "einfache" Grundsatz: Wenn alle das gleiche Denken, dann muss doch was dran sein, quasi zur <Demokratisierung der Wahrheit>, was ihr Untergang ist, denn auch ein Mob ist in diesem Sinne "demokratisch". An einem eindrücklichen Beispiel nage ich seit Jahren. Es gibt ja einige Leser die freuen sich über meine Beiträge, oder ärgern sich, und schreiben das auch. Einer davon ist ein absolut unbelehrbarer Holocaustleugner und Revisionist (s. insbesondere Kriegsschuldfrage). Nun bild ich mir ja, ab und zu, doch einiges darauf ein, auch kompliziertere Sachverhalte verständlich darstellen zu können. In diesem Falle ist jegliche Argumentation jedoch absolut nutzlos und wird nur mit einer weiteren Serie von neuen "Beweisen" dafür bombardiert, dass Hitler eigentlich nur den Frieden wollte, aber in den Krieg gezwungen wurde, dass Gaskammern zu der Zeit technisch gar nicht möglich waren, dass es nach dem Krieg mehr Juden gegeben habe als vor dem Krieg etcetc. Da hab ich dann mal verstanden, warum hier der Gesetzgeber eine ebenfalls aussichtslose Lösung versucht, nämlich die Holocaustleugnung strafbar zu machen. Die Historiker haben's auch längst aufgegeben und halten es für legitim, sich auf solche Diskussionen gar nicht mehr einzulassen. ( Antworten auf all die abstrusen Verschwörungstheorien). Wer glaubt, lässt sich weder von Argumenten noch von Strafe beirren. Das beste Argument dafür ist die Frühgeschichte des Christentums und die Geschichte der Sekten im Mittelalter - bis heute. Hier werden die Mitglieder generell auf Einfalt verpflichtet. Was kompliziert ist verstehen nur die Oberen - was richtig ist zeigt die Mehrheit. (Is ja in Politik und Wirtschaft auch nicht viel anders).
Fazit:
Wer Wissen durch Glauben (oder Meinen) ersetzt, riskiert einfältig zu bleiben, eindimensional beschränkt in einer vieldimensionalen Welt stehen zu bleiben.
2.2 Linien2.2.1. Abhängigkeit von A und B linear, additiv:
quadratisch
kubisch
2.2.2 Sortierte, geordnete Reihen: Ordinalzahlen: 1., 2., 3., etc
2.2.3 Wellen: http://www.brainworker.ch/entwicklung_zyklen_evolution.htm
Kommt insbesondere bei Zeitabhängigkeit gerne vor.
2.2.4 Kurve nur durch Differential zu bestimmen
Dieser Typ von Entwicklungskurve wird leider zu wenig genutzt, denn er könnte darauf aufmerksam machen, dass jedes Wachstum irgendwo irgendwann auf Grenzen stösst, sei es aus statischen Gründen (Bäume), sei es aus Gründen mangelhafter Versorgung (Wasser und Nährstoffe bei allen Pflanzen), sei es auf Grund von Feinden (Räuber-Beute-Modell). Was die Wirtschaft angeht, so sind derartige Entwicklungen zwar beobachtet worden, aber aus den sich ergebenden Zyklen schliess man optimistisch, dass sich immer wieder ein neuer Zyklus einstellen wird. s. Kondratieff-Zyklen, die langfristigen. Dem Boom der Dampfmaschinen folgte der Boom des Eisenbahnzeitalters, dem die Elektrifizierung und chemische Industrie, dann das Auto und die Petrochemie, und als vorläufig letzter die Informationstechnologie. Bereits mit der Informationstechnologie wurde allerdings klar, dass hier eigentlich nicht mehr gross Werte neu geschaffen, sondern durch Rationalisierung neu Verteilt werden. Der parallel dazu verlaufende Zyklus der Weltherrschaft durch die Finanzindustrie (meine Terminologie) wurde bisher nicht als solcher verstanden, dürfte aber eine deutliche Warnung dafür sein, dass auch "immaterielle" Steigerung des Wohlstands beträchtliche Verdrängungs- und Zerstörungseffekte ausüben kann, vor allem wenn, a) entweder lebenswichtige Güter davon betroffen sind (zur Zeit das Getreide #) oder b) die Blase platzt, d.h. das im Uebermass vorhandene Kapital sich wieder zu erden versucht (zur Zeit wieder mal per Goldkäufe).
2.2.6 Verteilungsgesetze
2.2.6.1 Alle sind gleich-berechtigt
2.2.6.2 Standardverteilung, Normalverteilung, Gauss-Verteilung: findet sich bei den meisten Massen aus der Natur also Grösse, Gewicht, Intelligenz etc. Normal ist also nicht Gleichheit, sondern eine recht breite Streuung, wobei sich allerdings die Mehrheit 68.3% innerhalb der einfachen Streuung befindet. Innerhalb des zweifachen Streuungsbereichs liegen bereits 95.5% aller Fälle, und innerhalb des dreifachen Bereichs 99.73%. Diese Kurve zeigt auch, dass ein Mehrheitsentscheid nie von extremen Aussenseitern gefällt werden kann - die Normalos also selbstschuld sind, wenn sie wieder mal Scheiss bauen.
2.2.6.3 Pareto, Zipf, Lorenz-Kurve, Gini-Koeffizient, Hoover-Ungleichverteilung zeigen, WIE ungerecht die Welt ist, dass also nur wenige (so 10 bis 20%) das meiste (so 80 bis 90% des Vermögens) besitzen. Oder dass nur wenige die meisten und teuersten Reklamationen verursachen, die teuersten und lukrativsten Einkäufe tätigen etc. Pareto ist für die Wirtschaft-lichkeit entscheidend. Pareto spielt auch bei der Auswahl von Mitlieder der Netzwerke, aller Netzwerke, denn man will die 20% die am effizientesten mitarbeiten oder mitreden oder mitsaufen, und auf den Rest verzichten. Pareto lässt sich aber auch positiv nutzen, indem z.B. festgestellt wird, welche 20% der Kunden 80% des Aergers veranstalten, oder welche 20% des Personals 80% der Reklamationen ...
2.2.7 A und B sind multiplikativ: Integral
2.2.8 Punkte mit Feld: assoziieren


Quasi eine umgekehrte Richtung des Baumes zeigt die Fehlersuche, wo vom Problem her rückwärts dessen Wurzeln gesucht werden: s. Ursache-Wirkungs-Diagramm (fishbone diagram):
Feldtheorien:
Methoden:
> Katastrophen-Theorie: s. Katastrophen-Knick
Zwei oder mehr Zustände die sich überlappen, sprunghaft ineinander umkippen können. Letztes Beispiel: Finanzkrise als Ueberschwappen von enormen Blaugeldueberschüssen in den reellen Markt. Gehört zwar zur System-Theorie, lässt sich aber noch nicht multivariat durchführen, bleibt also etwas platt. Wäre dem nicht so, gäbe es keine Börsenkrisen.
Netzwerke s.u. gehörten eigentlich hierher, da sie bloss flächendeckend oder gar raumfüllend erscheinen, aber sehr selektiv sind, also eher ein Gespinst mit mehr Zwischenräumen als Substanz. Leider gehört dazu auch mein Konzept der Webphilosophie, das zwar multiple Beziehungen schafft, aber, genau wie das Internet, der Schichtung, Kammerung, funktionsgerechten Aufteilung etc., kurzum der gestalthaften Systemerfassung ermangelt - trotz des inzwischen enzyklopädischen Umfangs.(knapp 1000 Beiträge mit durchschnittlich 18 Seiten A4, gedruckt).
3 Schichten des Wissens
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Am Zeitablauf orientiert: Prozesse der Entwicklung - und des Denkens http://www.brainworker.ch/Dialog/Entwicklung.html
Im Spannungsfeld:
Gestalt - Morphologie wären dann die Er-Kenntnisse über die Gestalt, Morphometrie die Lehre von den Massverhältnissen einer Form, was insbesondere dann wichtig ist, wenn man Formen vergleicht, die zwar gleich, aber von unterschiedlicher Grösse sind. Gleich ist in diesem Falle eben nicht mehr gleich. (Die höchst ungleiche Bedeutung des Wortes bei Wiki in eng. oder deutsch könnte, was den deutschen Sprachraum angeht, auf ein mangelhaftes Problembewusstsein in diesem Bereich hinweisen.
Perspektiven: Bereits rein optisch zeigt der Ausdruck <Perspektiven>, dass es immer unterschiedliche Möglichkeiten gibt, die Dinge zu sehen, mögen sie noch so gleich sein:
Um so wichtiger ist das Recht auf seine eigene Perspektive und Meinung (über die richtige Sichtweise), wo es um die Gestaltung des eigenen Lebens, den eigenen Lebens-Weg und Lebens-Raum geht. Da diese Wege und dieser Raum aber eben von vielen gleichzeitig benutzt wird, sind Kompromisse (Synthesen) unumgänglich.
Natur - und soziale Räume:
Die Vorgänge bei Gruppenbildung, Spaltungen, Ausgrenzung etc. wurden sehr gut beschrieben von Kersti Nebelsiek in: Sekteneigenschaften als Folge von Ausgrenzung Randbemerkung: Ich halte rein gar nichts von Esoterik (sofern sie nicht Sufismus heisst), aber offenbar kann auch mal ein Esotheriker was Vernünftiges schreiben. |
Bereits auf diesem Niveau, mit der relativ einfachen Skizze einer Zellstruktur, können wir die wichtigsten Elemente von Systemen erkennen:
- Systeme grenzen sich ab, schaffen Kammern, Räume für spezifische Strukturen, in denen spezifische Prozesse ablaufen können, die spezifische Produkte erzeugen, die wiederum spezifische Funktionen erfüllen.
- Es werden immer diejenigen Strukturen zusammen gefasst, die a) aufeinander angewiesen sind, und b) einander nicht beeinträchtigen (technisch z.B. ein Motor im Innern einer Kühlanlage).
- Das System läuft aus eigenem Antrieb (abgesehen von Energiezufuhr). Es reguliert und gestaltet sich selbst: Autopoiesis. Es weiss, was es zu tun hat (erhält dazu allenfalls Anreize durch Hormone oder andere Stoffe.
- Zellsysteme können sich am Anfang der Entwicklung differenzieren (s. Stammzellen). Organe hingegen altern und sterben irgend wann ab.
Im Gegensatz zu Zellen haben Oekosysteme eine grössere historische Wandelbarkeit vom Primärsystem bis hin zum Klimax (s. Sukzession). An diesen Prozessen sind Produzenten (meist Pflanzen), Konsumenten (meist Tiere) und Destruenten (Käfer, Pilze, Bodenwürmer, Bakterien, Protozoen) beteiligt. Um damit gekonnt umgehen zu können, also Biotope managen zu können, braucht es eine ganze Menge an Wissen aus unterschiedlichsten Bereichen inklusive Umfeld. So muss der Forstmeister nicht bloss Bäume und ihr Wachstumsverhalten kennen, sondern auch die Böden, das Wasser, die Luft, Insekten, Erntemethoden, Holzmärkte, Erholungsansprüche der Bevölkerung, Verwaltungsrecht, Arbeitsrecht, Planungsrecht (und Methodik, immerhin geht es z.B. bei Eichen um Planungshorizonte von bis zu 300 Jahren). Diese wissensbasierte und pfleglich-erhaltende Nutzung nennt sich eben Kultur, Sylvi-Kultur. Und daran hapert es dann bei rein wissenschaftlich orientierten Oekologen oft massiv.
Gesellschafts-Systeme: Gesellschaftsschichten, -Klassen, -Strukturen, ...
Auch als Wirtschafts-Kreislauf bezeichnet, früher mal, da es darum ging, dass die Produktion über den Handel an die Verbraucher ging, und das Geld vom Verbraucher über den Handel an die Produzenten - und ihre Mitarbeiter, die ja gleichzeitig die Konsumenten waren. Marx hat darüber kiloweise Kommentare geschrieben im Kapital. Den meisten Altlinken werden sich heute noch die Haare sträuben wenn sie die Formeln sehen:
In der einfachen Warenzirkulation nimmt der Wert nacheinander folgende Form ein:
Warenform - Geldform - Warenform
oder
W - G - W
"Verkaufen, um zu kaufen"Die kapitalistische Warenproduktion ist demgegenüber durch eine völlig andere Zirkulation des Wertes charakterisiert:
Geldform - Warenform - Geldform
oder
G - W - Gbzw., da eine Bewegung, in der die allgemeine (Geld-)Ware am Anfang und am Ende stünde, sinnlos wäre, wenn sie nicht wenigstens einen quantitativen Unterschied hervorbrächte:
Geld - Ware - mehr Geld
oder
G - W - G'."Kaufen, um teurer zu verkaufen"
Na ja, nützt aber nix sich aufzuregen, is so. Immer noch. Insbesondere der 1. Schritt vom einfachen Warenhandel zur kapitalistischen Produktion darf nicht übersehen werden, denn er enthält das Kernproblem. Es geht nicht mehr um die Produktions knapper und notwendiger Güter, sondern um Investitionen, darum, wie sich vorhandenes Geld vermehren lässt. Die Priorität ist also per se verkehrt. Nicht der Bürger, also der Konsument bestimmt den Markt, die Nachfrage, sondern das Kapital, indem es nur das produziert, was in einer Vermehrung des Geldwertes resultiert. Ob sich im Geldwert wirklich das ausdrückt, was Bürger brauchen, wollen, sich wünschen, ist fraglich. Bedenklich sind die schwachen Tricks, mit denen sich das Volk immer und immer wieder über den Tisch ziehen lässt. Zur Zeit z.B. lässt es sich vorgaukeln, DAS Problem des Kapitalismus seien die überhöhten Managerlöhne, vergessen aber, dass der grösste Teil des Mehrwerts nicht von Managern, sondern von Eigentümern abgezockt wird, auch von Eigentümern die vom Betrieb rein gar nichts verstehen, denen sein Schicksal und das Schicksal der Mitarbeiter absolut am A... vorbeigeht, die bloss eine rechte Rendite für ihre Aktien erwarten. War die Beziehung zwischen Handlung und Verantwortung bereits beim Ingenieur problematisch, der sich fast immer auf den Auftrag berufen konnte, so entzieht sich mit dem anonymen Kapital der Auftraggeber auch noch grad der Verantwortung. Bezahlen soll dann der Staat, also die Gemeinschaft, wenn wieder was in die Binsen geht.
In jeder Demokratie sind heute die 3 wichtigsten Teil-Räume der Macht die Legislative (Parlament), die Exekutive (Regierung/Verwaltung) und die Judikative (Rechtspflege).
Um eine Mehrheitsdiktatur/Demokratur zu verhindern kennen die meisten Länder eine zweite Kammer, in der die einzelnen Bundesstaaten, Kantone, Regionen o.ä. ihre Vertreter entsenden, um regionale Ausgewogenheit zu wahren.
In einem Grossverband wie der EU wird nun eine solche Basisdemokratie einerseits zur Hypothek, da es unmöglich ist, sämtliche Kleinregionen zu einem Konsens zu bringen, oft schon bloss zu einem Mehrheitsentscheid. Deswegen wird die EU auf der einen Seite zentralistischer - auf der anderen wehren sich Bürger auch in (Bereits-)EU-Mitgliedsländern gegen ein Diktat von Brüssel, ja oft sogar gegen eines ihres eigenen Staates, und wollen Mitbestimmung - was ja eigentlich Sinn und Zweck der Demokratie wäre. Es wird also die nächsten Jahre interessant sein, wie sich welche Strategie - gegenüber und in der Schweiz - durchzusetzen sucht. "Logisch" wäre eigentlich, dass Brüssel wirklich nur dort normiert, wo es unumgänglich ist, die Zentralsstaaten ebenso - und lokales eben der lokalen Politik überlässt, gemäss einer gestaffelten (subsidiären) Verantwortung. Die Diskussion über einen Beitritt der Schweiz könnte diese Bewegung fördern, muss dass, denn nur ein wirklich föderalistisches Europa wäre aus Schweizer Sicht der Mühe und Kosten der Integration wert. Umgekehrt müsste die EU das eigentlich ähnlich sehen, denn so ein Pfupfstaat der ständig motzt und nein sagt, dürfte den Betrieb extrem stören. Insbesondere da alle wichtigen Beschlüsse einstimmig gefasst werden müssen, reichte es, für einige Monate Blocher als Vertreter der Schweiz nach Brüssel zu senden. Mit dem permanenten NEIN, NJET, NIEMALS würde die EU entscheidungsunfähig, gleichsam lahmgelegt - und die noch funktionsfähigen Organisationen müssten den Job wieder selbst tun - wonach Brüssel vielleicht drauf käme, wirklich nur noch das nötig(st)e zu tun.
Grundlagen: SystemtheorieProblematisch ist hier vor allem die relativ scharfe Trennung in Naturwissenschaften - Sozialwissenschaften - Geisteswissenschaften, die zwar klar unterschiedliche Ansätze und Aufgaben haben, also selten in bloss EINEN Kopf EINES Wissenschaftlers passen, aber gerade bei komplexen Fragestellungen die zu persönlicher oder kollektiver Handlung führen sollen, unbedingt gemeinsam zu beteiligen wären.
Gerade in der multivariaten Statistik werden Wirkungsfelder/Faktoren oft als "Dimensionen" angesprochen. Das liegt daran, dass diese Wirkungen/Faktoren bevorzugt erst isoliert werden, dann also voneinander unabhängig sind (orthogonal gesehen also sich auf rechtwinklig angeordneten Ebenen darstellen lassen.). Jede Zweierbeziehung findet in einer Fläche statt, jeder zusätzliche Faktor verlangt also eine weitere Achse, damit eine weitere "Dimension". (s. speziell die orthogonal rotierte Hauptkomponentenanalyse). Dies mit mehr als 3 Flächen zu tun, also Räume mit mehr als 3 Dimensionen zu kreieren, ist für die Mathematik kein Problem - im Gegensatz zur Vorstellungskraft des Menschen
Dennoch sollte man es hier mit den Dimensionen nicht übertreiben. Auch wenn sich die Faktoren und ihre Wirkung unabhängig bestimmen lassen, so wirken sie doch (meist, Ausnahme: Physik der Elementarteilchen) im selben Raum. Wir können sie also mathematisch am besten durch Vektoren (gerichtete Kräfte) darstellen, mit beliebig vielen "Dimensionen", allerdings abstrakten Dimensionen, die innerhalb unseres Raum-Zeit-Kontinuums aktiv werden. Darstellungsmässig können wir uns hier auch mehrerer paralleler Ebenen oder Schichten bedienen, die sich eben innerhalb des selben Raumes befinden - und dennoch nicht direkt aufeinander wirken. Weitere "Dimensionen" wären nur dort nötig - und möglich - wo die Besetzung oder Verformung einer Fläche oder eines Raumes keine Auswirkungen hat auf die Umgebung, also nicht zu Verdrängung führt. Ein frühes Beispiel dafür war etwa die Besetzung Amerikas durch die Europäer, wo vorher ja niemand war. Da die dennoch dort lebenden als "Indianer" und eh verdammte, da nicht Christen, in einer anderen Dimension lebten, ergab die Besiedelung keine Verdrängung. (Ich bin manchmal ein bisschen zynisch, falls Sie gedacht haben, ich meine das ernst). Der zweite, sehr aktuelle Fall, sind die Finanzmärkte. Fast 20 Jahre lang wurde (Greenspan) und wird (Finanzkrise) dort enorm Geld hinein gepumpt, um die Anleger glücklich zu machen, die stellvertretend für den Rest der Welt, per Steigerung der Börsenkurse dieser die Ueberzeugung verschafft haben, es sei alles in Ordnung mit dem immerwährend steigenden Wohlstand. Offenbar gingen diese ganzen Geldmassen in eine andere Dimension, ohne Wirkung auf die realen Märkte. 2008 ist auch diese Illusion gescheitert, und wir werden uns mit der Integration dieser ScheinDimension einige Probleme einhandeln. Eigentlich war die Sache schon lange verdächtig, denn es gibt weder in der Physik ein perpetuum mobile, noch in der Oekonomie: Es muss immer mehr Energie reingesteckt werden als rauskommt (was allerdings nicht bedeutet, dass nicht einige mehr rausholen als sie reinstecken, aber andere dafür zahlen lassen).
WARNUNG:
Alles was durch eine Zweierbeziehung dargestellt wird, also auf zwei Achsen, ist eine Ebene - also platt. Insbesondere die Oekonomie plättet hier mit ihren (Angebot- Nachfrage)Diagrammen die gesamte Gesellschaft, Kunst und Kultur.
Dieses rechts gehört dabei noch zu den besseren, denn es erwähnt eine Sättigungsmenge, die sonst nur zu gerne übersehen wird.
Ent-Wicklung bedeutet, dass da was eingewickelt ist, das sich bloss zu entfalten braucht, so ähnlich der Raupe, die sich als Schmetterling entpuppt. Dummerweise bedeutet Entwicklung dann in der Entwicklungszusammenarbeit eher, dass sich da die Raupe gefälligst aus eigener Anstrengung entfalten soll, aber bitte schön in die Form, die die Experten von Zuhause mitgebracht haben. (Dazu gibt es auch andere Meinungen, unendlich viele Meinungen: s. Entwicklungstheorien:
Entwicklungswissen heisst, die Denkstruktur derjenigen zu kennen, die sich entwickeln sollen (Grundlage der Psychologie, im Extremfall Psychoanalyse, angebracht Geistesanalyse, was sich auch per Philosophie bewältigen lässt)
Nicht verorten lassen sich transzendentale Begriffe und Wissen wie Kategorien, Werte, die Seele, Gott. Obwohl, oft lassen sie sich als Faktoren oder gar Vektoren begreifen - allerdings nicht berechnen. Sie sind es jedoch, die Orientierungswissen liefern. Weder unser punktuelles Wissen, mit dem wir uns gerne wichtig machen und rumstreiten, noch unser linear aufgefädeltes Wissen, noch unser plattes Wissen, mit dem wir viel Geld verdienen, ebenso nicht unser komplexes Wissen von vernetzten Strukturen, Feldern, Räumen und Systemen ergibt einen Sinn, ein Ziel, das wir durch Zerlegen oder Zusammenfügen einfach finden können. Sinn können wir sehen, fühlen; aber nicht in Diagrammen (die sind höchstens sinnvoll oder eben überflüssig). Ziele ergeben sich nicht aus dem Verlauf von Kurven, auch nicht (immer) wenn eine aktuelle mal anders verläuft als früher. Die Orientierung dabei, was wir wollen, was wir sollen, was wir tun, die müssen wir anderswo suchen.
Wir brauchen hier keine vollständige Liste und kein Ausschlussverfahren, denn die Freiheit, eine Grundbedingung insbesondere komplexer Entwicklung, lässt eben auch unterschiedliche Ziele zu. Können Politik und Wirtschaft das nicht mehr gewähren, dann läuft was falsch. Und falsch läuft immer dann was, wenn eine Lösung, ein Ziel monopolisiert wird, so wie im Mittelalter per Kirche eher das ewige als das irdische Leben, im Liberalismus des 19. JH die Nationalstaaten und die Produktion, ohne Rücksicht auf die (kleinen) Produzenten, und im 20. JH hat die die generelle Oekonomisierung (im 1. und 2. Weltkrieg sogar die Effizienz des Tötens), die Produktivität als höchstes Ziel menschlichen Daseins postuliert, egal ob das Eigentum gemeinschaftlich oder privat verwaltet wird.