TOPOLOGIE
Topologie & Kunst:
George Louis Borge's Grundthesen zum Verhältnis von Topologie und Kultur- bzw. Literaturwissenschaften:
- Produktion als performativer Akt: Strukturierte Räume sind keine diskreten Entitäten. Sie sind vielmehr performative Artefakte, die durch das sprachliche oder visuelle Medium erzeugt werden. Topologie umfasst sowohl die Kognition, Wahrnehmung und Produktion des Raumes als auch konkrete Materialiltäten und Techniken. Die in den späten Schriften von Michel Foucault zentrale These "Macht wird gemacht", die ervor dem Hintergrund eines nicht geometrischen topologischen Ansatzes formulierte, muss auch auf den Raum bezogen werden: Raum wird gemacht.
- Topologie als Möglichkeit der Analyse des Politischen: Macht wird definiert als eine Konstellation und Artikulation im Raum, die aber in ihrem performativen Vollzug auch die Möglichkeit subersiver Praktiken der Erzeugung von sich überlappenden transversalen Lagerungen und Blicken enthält.
- Topologie als Möglichkeit einer Epistemologie der Produktion vonRaumdynamik. Auf der Grundlage dieser These fokussiert man seit den 1980er Jahren neben der Macht auch transversale Räume des Widerstandes.
- Die In-Differenz der Zeichen als Nullpunkt der Topologie: Die Strukturen wie die Dynamik des Raums sind nicht eine Eigenschaft, also nicht eine Ontologie des Raumes; wie werden vielmehr in Bezug auf den bewohnten Raum produziert. So mortifizieren wissenschaftliche Klassifikationen und Kartographierungen des bewohnten, gelebten Raumes, die dagegen die Topologie zu erfassen versucht. Vor dem Hintergrund dieser Annahmen bedarf es methodologisch einer phänomennologischen Reduktion der Strukturierung des Raums. Es muss ein im mathematischen Sinne nicht diskreter, also in-differenter Raum als ein Nullpunkt der Topologie angenommen werden, dem Strukturierungen nachträglich sind. Der Nullpunkt ist für den Topologen somit ein offener Beobachter-Standpunkt, das heisst ein Standpunkt, von dem er über die Kontingenz der eigenen Positionierung reflektiert. Diesen Standpunkt gewinnt der Topologe indes nicht aus der Tiefensemantik des Textes, sondern aus der mathematischen Oberfläche der Repräsentationen. Dies wurde durch Michel Serres bereits in den 1970er Jahren postuliert und gezeigt. (Wie notwendig eine offene Methode für die Topologie ist, zeigt auch die berechtigte Kritik an Kommunikationstheorie druch Bernhard Waldenfels, die Metapher der Mitteilung, bzw. Kommunikation, setze eine übergeordnete Instanz voraus.
- Topologie als Analyse der körperbezogenen Positionierung im Raum.
- Die Topologie ist die Schule des Auges (der Wahrnehmung):
- Die Topologie impliziert eine Bildtheorie